Schweiz

Front

Coronavirus

#WIRSINDZUKUNFT

Schweiz

Abstimmungen

Zürich

Bern

Basel

Zentralschweiz

Ostschweiz

Sport

Ausland

Wirtschaft

OneLove

People

Influencer Radar

Kino & Streaming

Best Crushing Newcomer

Community

Digital

E-Sport

Wissen

Gesundheit

Gutscheine

Deal.ch

E-Paper

Datenschutzerklärung

AGB

Impressum

Tarife & Mediadaten

Corona-MassnahmenBundesrat droht mit Zertifikatspflicht am Arbeitsplatz – Gewerkschaften sauer

Nun nimmt sich der Bundesrat den Arbeitsplatz vor. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollen prüfen dürfen, ob die Angestellten ein Zertifikat haben. Das erzeuge Druck, sagt ein Arbeitsrechtsspezialist.

von
Bettina Zanni
Publiziert

Geimpft, genesen oder getestet? – diese Frage könnte bei der Arbeit künftig eine Rolle spielen.

20min/Simon Glauser
Darum gehts
  • Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollen berechtigt sein, abzuklären, ob ihre Angestellten ein COVID-Zertifikat haben.

  • «Es darf nicht soweit kommen, dass auch Mitarbeitende im Backoffice ein Zertifikat vorweisen müssen», sagt ein Gewerkschafter.

  • Auch der Gewerbeverband ist skeptisch. «Mit einer solchen Verordnung könnte Arbeitnehmenden eine indirekte Impfpflicht drohen», sagt der Direktor.

  • Anderer Meinung ist der Arbeitgeberverband: Damit könnte ein weiterer Lockdown abgewendet werden.

Der Impfstatus der Mitarbeitenden ist für die meisten Chefinnen und Chefs Privatsache. Der Bundesrat will den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern aber nun mehr Spielraum geben. Das geht aus den neusten Vorschlägen hervor, die die Regierung den Kantonen in Konsultation schickt.

advertisement

Der Einsatz des Zertifikats im Arbeitsbereich solle in der Verordnung geklärt werden, schlägt der Bundesrat vor. «Es soll explizit festgehalten werden, dass die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber das Vorhandensein eines Zertifikats prüfen dürfen.» Voraussetzung dafür sei, dass dies dazu diene, angemessene Schutzmassnahmen oder das Testkonzept umzusetzen.

«Auf Arbeit sind wir alle angewiesen»

Gewerkschaften befürchten, dass dies Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern Tür und Tor für eine Zertifikatspflicht öffne. «Auf Arbeit sind wir alle angewiesen. Der Vorschlag übt einen Druck auf einen Bereich aus, in dem es keine Freiwilligkeit gibt», sagt Pierre Derivaz, Rechtsanwalt von Angestellte Schweiz.

Das Kriterium scheine dem Arbeitnehmerverband ausserdem zu breit gefasst. «Es darf nicht soweit kommen, dass auch Mitarbeitende im Backoffice ein Zertifikat vorweisen müssen.» Im Falle von Personal, das viel engen Kundenkontakt habe, sei eine Zertifikatspflicht dagegen eher vertretbar, solange die Ansteckungsgefahr dadurch reduziert werde. Auch kritisiert Derivaz, dass Ungeimpfte dazu gedrängt werden könnten, sensible Daten über ihren Gesundheitszustand preiszugeben.

Auch für Unia-Sprecher Serge Gnos ist die Medienmitteilung des Bundesrats «noch zu unklar formuliert». Entscheidend sei, dass Tests weiterhin zugänglich blieben. «Nicht zulässig wäre, wenn Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dann plötzlich mit ihrem Weisungsrecht die Impfung für ihre Mitarbeitenden für obligatorisch erklären könnten.»

Indirekte Impfpflicht?

Der Vorschlag versetzt auch den Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) in Unruhe. «Mit einer solchen Verordnung könnte Arbeitnehmenden eine indirekte Impfpflicht drohen», sagt Direktor Hans-Ulrich Bigler. Fraglich sei, wie unter diesen Umständen noch gearbeitet werden solle. «Personal, das sich nicht impfen lässt oder lassen kann, müsste dann ja zwangsläufig ins Homeoffice verbannt werden.»

Laut Bigler hätte dieses Vorgehen eine Reihe von negativen Konsequenzen. «Es gäbe Lohnausfälle und Probleme bei den Produktionsabläufen.»

Weiterer Lockdown könne abgewendet werden

Gut kommt das Vorhaben hingegen bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern an. Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) prüfe den Vorschlag, schreibt der SAV in einer Medienmitteilung.

advertisement

«Ein Nachweis mittels eines COVID-Zertifikats würde es den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern erlauben, grossflächig differenzierte Schutzkonzepte für Geimpfte und Ungeimpfte einzuführen», so der Verband. Mit diesem Vorgehen könnte ein weiterer Lockdown abgewendet werden, den die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber unbedingt verhindern wollten.

Etwas gesehen, etwas gehört?

Schick uns deinen News-Input!

Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende spannende Videos, Fotos und Dokumente schnell und unkompliziert an die 20-Minuten-Redaktion.

Handelt es sich um einen Unfall oder ein anderes Unglück, dann alarmiere bitte zuerst die Rettungskräfte.

Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt: 20min.ch/agb

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Hotline bei Angststörungen und Panik, Tel. 0848 801 109

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Kommentare anzeigen