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Leitfaden für inklusive Kommunikation – EU kippt «Weihnachten» und «Maria und Johannes» aus dem Vokabular

Leitfaden für inklusive Kommunikation

EU kippt «Weihnachten» und «Maria und Johannes» aus dem Vokabular

In einer Guideline rät die EU, auf den Begriff «Weihnachten» sowie «Maria und Johannes» zu verzichten. Dies könne andere Kulturen diskriminieren. Italienische Politiker sind in Rage.

von
Bettina Zanni
Publiziert

Die EU rät ihren Kommissionsmitgliedern davon ab, Wörter wie «Weihnachten» und «Maria und Johannes» zu verwenden.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Die EU weist die Mitglieder in einem Leitfaden an, besonders auf die unterschiedlichen religiösen und kulturellen Hintergründe zu achten.

  • Statt Wörtern wie «Weihnachten» sollen die Kommissionsmitglieder «Feiertage» verwenden.

  • Als Alternative für den Satz «Maria und Johannes» schlägt die EU «Malika und Julio» vor.

  • Rechte italienische Politikerinnen und Politiker sahen darin ein Bedrohung ihrer Kultur.

Im Streben nach Political Correctness hat die Europäische Union (EU) heiliges Terrain betreten. Der Begriff «Weihnachten» soll den EU-Kommissionsmitgliedern nicht mehr über die Lippen kommen. Sie sollten vermeiden, anzunehmen, dass alle Menschen Christinnen und Christen seien, heisst es in einem internen Leitfaden für inklusive Kommunikation namens #UnionofEquality.

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Als Alternative für den Satz «Die Weihnachtszeit kann stressig sein» schlägt der Leitfaden «Die Feiertage können stressig sein» vor. «Nicht alle Personen feiern die christlichen Feiertage und nicht alle Christen feiern diese an denselben Daten», lautet die Begründung.

Auch «Maria und Johannes» will die EU aus dem Vokabular der Kommissionsmitglieder kippen. Christliche Vornamen sollten allgemeinen Vornamen weichen. «Wählen Sie auch keine Namen, die für eine Religion typisch sind.» So lautet die Alternative für den Satz «Maria und Johannes sind ein internationales Paar»: «Malika und Julio sind ein internationales Paar».

«Keine Stereotypen reproduzieren»

Die religiösen Wörter sind Teil einer Tabelle, in der die EU weitere Do’s und Dont’s vorschlägt. Darunter fallen auch Begriffe mit negativen Konnotationen wie Kolonisation. Besser als von der «Kolonialisation auf dem Mars» zu reden, sei, «Menschen auf den Mars schicken».

Mit den Empfehlungen weist die EU die Mitglieder an, beim Organisieren von Veranstaltungen und bei der Arbeit in Gruppen und Teams besonders auf die unterschiedlichen religiösen und kulturellen Hintergründe ihrer Teilnehmenden zu achten. «Jede Sprache, die jegliche Art von Intoleranz oder Urteil gegenüber einer religiösen Gruppe ausdrückt, Stereotype befeuert oder eine religiöse Gruppe aussondert, darf nicht reproduziert werden.»

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Politikerinnen und Politiker sehen Kultur bedroht

Rechte Politikerinnen und Politiker in Italien hat der Leitfaden in Rage gebracht. Sie sehen darin ein Verbot dieser Wörter und ihre Kultur und Religion bedroht. Die Europäische Kommission erachte Weihnachten als zu wenig «inklusiv» und nehme auch die Namen Maria und Johannes ins Visier, kritisierte Giorgia Meloni, Vorsitzende der Partei Fratelli d’Italia. «Jetzt reichts: Unsere Geschichte und unsere Identität zerstört man nicht.» Lega-Chef Matteo Salvini sprach von einem «Blödsinn».

Ein Sprecher aus Brüssel stellte darauf jedoch klar: «Natürlich verbieten wir den Gebrauch des Worts ‹Weihnachten› nicht oder halten vom Gebrauch ab.» Weihnachten zu feiern und christliche Namen und Symbole zu verwenden, gehöre zum reichen europäischen Erbe. Die Kommission habe jedoch an ihre Pflicht zur Neutralität in Bezug auf religiöse Angelegenheiten erinnert. Beim Leitfaden handle es sich um ein internes Dokument auf technischer Ebene mit dem Ziel, das Bewusstsein für inklusive Kommunikation zu erhöhen.

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Dennoch zog EU-Kommissarin Helena Dalli die Guideline am Dienstagnachmittag zurück. Es bestehe noch Überarbeitungsbedarf, so Dalli.

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