Schweiz

Lolita ist 1 Meter gross

2019 M03 20, Wed 07:31

Kinder-Sexpuppe in Berner Bordell angeboten

1/4 In Bern werden Sexpuppen vermietet. Darunter ist auch eine Kinderpuppe namens «Lolita».
«Spass für Männer ohne das ganze Blabla» verspricht der Betreiber eines Sexpuppen-Bordells in Bern. Das Bizarre: Er hat auch eine Kinder-Sexpuppe im Angebot. Am südlichen Stadtrand von Bern in einem unscheinbaren Haus, wird mit Kunststoff und Sex gehandelt. «Wir bieten Eleganz, Hygiene und absolute Diskretion», verspricht der Betreiber des angeblich ersten Puppen-Bordells der Schweiz. Die Annonce wurde erst vor wenigen Wochen geschaltet. «Die realistischen und lebensechten Puppen sorgen für ein einzigartiges und absolut unkompliziertes Sexerlebnis», heisst es dort weiter. Zwischen zwei verschiedenen Puppen können Interessierte wählen. Was dabei sofort auffällt: Puppe Lolita ist nur 1 Meter gross und hat kindliche Züge – und sie könnte Pädophile anlocken.

WERBUNG Die Kindersexpuppe wird im Netz mit Diadem und rosa Négligé angepriesen. 60 Franken für eine halbe oder 100 Franken für eine ganze Stunde sollen Kunden auf den Tisch legen – die Verwendung eines Kondoms ist Pflicht.

Ahnungslos und schockiert

Für 20 Minuten war der Betreiber über die auf der Site angegebenen Kanäle nicht zu sprechen. Vor Ort, bei einer Immobilie mit mehreren Wohnungen, waren keine Hinweise zum Puppenbordell zu finden. «Bitte halten Sie den Lärm auf ein Minimum, um die Nachbarn nicht zu stören», schreiben die Betreiber auf der Website.

Offenbar halten sich die Kunden daran: «Ein Puppen-Bordell? Hier? Davon weiss ich nichts», sagt eine Anwohnerin auf das Angebot angesprochen. Die Frau zeigt sich gegenüber 20 Minuten schockiert – besonders wegen der Kinderpuppe: «Das geht gar nicht. Hier wohnen auch Familien mit Kindern.» Es würden viele «eher seltsame» Menschen in dem Haus wohnen: «Ich versuche, so wenig wie möglich hier zu sein.» Eine andere Anwohnerin meint: «Das ist einfach nur widerlich. Ich werde die Polizei informieren. Und die Verwaltung.»

1/4 Eine romantische Hochzeit mit einem Sex-Roboter? Heute noch unvorstellbar, möglicherweise aber schon bald ganz normal.
Letztere zeigt sich gegenüber 20 Minuten ahnungslos – obschon sich die Büros nur wenige Meter neben dem Gebäude befinden. Sie will der Sache jedoch auf den Grund gehen und gegebenenfalls Massnahmen ergreifen.

Fördert die Puppe Pädophilie?

Christine Bussat (47) ist Gründerin des Vereins Marche Blanche, der Pädophilie bekämpft. 20 Minuten konfrontierte sie mit dem Angebot. Die SVP-Politikerin findet es verwerflich: «Jemand, der das anbietet, drückt aus, dass die sexuelle Vorliebe für Kinder etwas Normales ist.» Sie befürchte sogar, dass eine solche Kinderpuppe Pädophilie fördern könne. «Das kann auch Leute dazu verführen, diese sexuelle Vorliebe für Kinder zu entdecken.» Dies etwa, wenn die Kunden dort mit der Kinderpuppe Sex hätten: «Und dann denken sich diese Personen plötzlich: ‹Ah, ich könnte es auch einmal mit echten Kindern versuchen›», so Bussat.

Sie sei keine Psychologin und kenne auch die Statistik nicht, betont die Welschschweizerin. Dennoch warnt sie die Kunden des Sexpuppen-Bordells: «Lasst die Finger von echten Kindern!» (cho)

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